Donnerstag, 19. Januar 2017

Investitionsfalle

Hallöchen,

Investitionsfalle, jeder hat den Begriff schon mal gehört, doch keiner weiß, was genau er eigentlich bedeutet.
In Zeiten der Nullzinsen, also in der Zeit, in der wir gerade leben, hört man immer öfter von Investitionsfallen. Das liegt daran, dass bei einem so niedrigen Zins viel Geld im Umlauf ist. Die Banken vergeben also viel mehr Kredite. Die Hürden für die Kreditvergabe sinken, so dass sich jeder einen Kredit nehmen darf, selbst diejenigen, die nicht in der Lage sind, ihn zurückzuzahlen.

Auf der anderen Seite investieren viele Leute und landen in einer „Spekulationsblase“.
Eigentlich, ist das gar nichts Neues. Im 17. Jahrhundert waren Tulpen in Holland total beliebt, deshalb kauften viele Leute Tulpenzwiebeln. Durch die große Nachfrage stiegen die Preise für die Tulpenzwiebeln rasant an. So stark, dass angeblich ein Haus mal so viel wert war wie drei Tulpenzwiebeln. Nach einiger Zeit verkauften die Leute ihre Zwiebeln aber wieder, so dass ein Überangebot auf dem Markt entstand. Die Tulpen verloren in kürzester Zeit 95% ihres Wertes.
Die Tulpenmanie ist ein erschreckendes Beispiel für eine Spekulationsblase. Einfach gesagt, rechnen viele Menschen damit, eine bestimmte Ware in Zukunft mit großem Gewinn verkaufen zu können. Deshalb kaufen sie viel davon ein. Die große Nachfrage lässt die Preise steigen. Irgendwann wird den Anlegern bewusst, dass die Ware stark über ihren eigentlichen Wert gehandelt wird. Sie bekommen Angst, dass die Preise wieder fallen könnten und verkaufen ihre Ware schnellstmöglich, solange der Preis noch hoch ist. Das führt zu einem größeren Angebot auf dem Markt und lässt die Preise wieder sinken.
Das Resultat : Die Spekulationsblase platzt.
Um sich in dieser Zeit abzusichern, erhöhen Banken ihre Kreditraten. Das heißt, viele Menschen können ihre Kredite dann nicht mehr bezahlen. Dieser enorme Geldfluss, der dann fehlt, löst eine Reihe von Kettenreaktionen aus. Im Endeffekt führt dies dann zu einer weltweiten Wirtschaftskrise.
So entstanden schon mehrere Krisen, wie zum Beispiel im Jahr 2000 bei der Spekulation mit Aktien der Internet- und Telekommunikationsbranche oder 2007 die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten.




                    



So, ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen verdeutlichen, wie gefährlich es sein kann, in unsichere Dinge zu investieren. Also seit schlauer und investiert nur, wenn der Profit auch versichert ist!



Bis bald, eure Caro!

Samstag, 14. Januar 2017

Investitionsmöglichkeiten

Sparbuch
Das Sparbuch ist unter dem gesamten Spektrum der Anlagemöglichkeiten für deutsche Anleger das Nonplusultra schlechthin. Sicherlich haben die meisten von euch, als sie noch klein waren, von ihrer Oma oder ihrem Opa auch ein Sparbuch bekommen in dem Glauben, dass durch altbewährtes Sparen sich das angelegte Geld schnell vermehren würde. Jedoch befinden sich die Zinsen heutzutage bedingt durch die EZB-Nullzinspolitik zwischen einem halben und einem Prozent. Trotzdem gilt es, auch aufgrund der garantierten Einlagensicherung durch die Banken und den Staat, als eine der sichersten Anlagemöglichkeiten.


Bundesanleihen
Bundesanleihen der BRD sind verzinsliche Wertpapiere mit meist sehr langen Laufzeiten. Diese liegen zwischen fünf und dreißig Jahren. Der besondere Vorteil einer Bundesanleihe für den Anleger ist in erster Linie die hohe Sicherheit dieser Anlagemöglichkeit, welche auf einer Spitzenbonität (=Kreditwürdigkeit) der BRD beruht. Bundesanleihen haben dabei einen festgesetzten jährlichen Zinssatz. Aber wieso teilt der Staat Bundesanleihen aus? Kurz gesagt, im Grunde genommen aus demselben Grund, wieso Unternehmen Aktien austeilen, um zusätzlich Kapital zu beschaffen.


TagesanleiheAls Alternative zu den Bundesanleihen gibt es die Tagesanleihen. Sie vereinen die Vorteile von sicheren Bundesanleihen und der Anlage als Tagesgeld. Aber was bedeutet das? Im Gegensatz zu den Bundesanleihen, bei denen wir unser Kapital langfristig meist auf mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte anlegen, können wir bei Tagesanleihen täglich auf unser Geld zugreifen. Ein weiterer Vorteil ist, dass unser Kapital täglich verzinst wird und wir maximal vom Zinseszins profitieren können. Die Ausgabe der Anleihen erfolgt bei der deutschen Finanzagentur und die Zinsen sind flexibel. Die Zinsen können je nach Situation und Lage schwanken, was positiv aber auch negativ für den Anleger sein kann.


Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto ist das Gegenstück zu den Tagesanleihen des Bundes. Im Gegensatz zu diesen erfolgt keine tägliche Verzinsung des Kapitals, wodurch wir nicht wirklich vom Zinseszins profitieren können, sondern die Verzinsung des eingesetzten Kapitals erfolgt meist einmal im Quartal oder am Jahresende. Grundlage hierfür ist jedoch der aktuelle Tagessaldo. Durch die Möglichkeit des Onlinebanking ist diese Form der Kontoführung meist kostenlos.


Bis zum nächsten Artikel.
Euer Onur

Donnerstag, 12. Januar 2017

Lohnt sich das Sparen überhaupt noch?


In dem vorherigen Beitrag habe ich euch etwas über die Veränderungen der EZB-Zinspolitik informiert und erläutert, welche genauen Auswirkungen diese Veränderungen auf uns private Haushalte haben. Nachdem ich über die aktuelle Zinspolitik und den Niedrigzins geschrieben habe, kam bei mir zumindest - und bei einigen von Euch sicherlich auch - die Frage auf, ob sich das Sparen - so wie wir es kennen - heute überhaupt noch lohnt bzw. es noch sinnvoll ist.

Bevor ich dieser Frage auf den Grund gehe, möchte ich zuerst einmal den doch sehr allgemeinen Begriff des „Sparens“ genauer unter die Lupe nehmen und einige seiner vielen Facetten zum Vorschein bringen. Reden wir allgemein hin vom „Sparen“, so werdet ihr sicherlich an das klassische Sparbuch denken, dass Oma und Opa vermutlich schon direkt nach eurer Geburt für euch angelegt haben. Natürlich, vor meinen Recherchen für dieses Thema hatte ich dieselbe Denkweise und war überrascht, welche neuen Eindrücke ein Perspektivenwechsel mit sich bringen kann.
Zum besseren Verständnis werde ich nun auf zwei Arten des Sparens genauer eingehen. So haben wir zum einen das Sparen mit dem Ziel des „Vermögenserhalts“ und zum anderen das Sparen mit dem Ziel des „Vermögensaufbaus“.

Ich bin kein Freund von Pauschalisierungen und auch niemand, der direkt etwas für schlecht erklärt, nur weil gerade die Mehrheit anderer Meinung ist. Denn meist denken wir, wenn wir über das Sparen reden, zu einfach und haben nur meist das gute alte Sparbuch um Kopf. Viele Medien haben in der Zeit nach der Entscheidung der EZB für die Nullzinspoltik davon gesprochen, dass es für die Deutschen als „Sparernation“ nur Nachteile gäbe und dieser Kurswechsel für uns Sparer die größten Nachteile mit sich bringen würde. Doch vergessen viele, dass man nicht nur aus Profit-und Kapitalvermehrungsgründen sein Geld ansparen sollte, sondern dass es auch noch eine Vielzahl anderer Gründe haben kann. Gucken wir uns dazu zunächst das Sparen mit dem Ziel des Vermögenserhalts genauer an.

Beim Sparen mit dem Ziel des Vermögenserhalts legt man überschüssiges Geld zur Seite, da es im Moment nicht benötigt wird. Dieses Geld wird aufbewahrt und für eine gewisse Zeit lang mit weiterem überschüssigen Geld erhöht. Nun hat man ein sog. Finanzpolster und kann im Notfall auf dieses Polster zurückgreifen, z.B. wenn man eine Waschmaschine oder ein neues Auto kaufen will oder kaufen muss. Genauso gut kann es sein, dass sich sparen auch ohne hohe Verzinsung lohnt, da es z.B. bei Jobverlust ebenfalls als Stütze dienen kann. Deswegen ist die Aussage, dass Sparen während einer Nullzinspolitik oder einer geringen Verzinsung sinnlos ist, ein Denkfehler sowie meiner Ansicht nach nicht korrekt.

Sparen mit dem Ziel des Vermögensaufbaus ist die andere Option und kann je nach Anlageoption mit gewissen Risiken verbunden sein. Hier wird das Geld nicht nur gespart, sondern es wird gezielt versucht, das zur Verfügung stehende Kapital zu maximieren. Dies kann in Form von Investitionen in Aktien oder Immobilien geschehen und ist auch bei einer Nullzinspolitik oder gerade während der Nullzinspolitik rentabel, da, wie wir bereits gelernt haben, gerade in dieser Zeit günstig Kapital für Investitionen beschafft werden kann.

Bis zum nächsten Artikel,
 

euer Onur

Dienstag, 10. Januar 2017

Auswirkungen auf Banken

Hallöchen,

wie ihr bereits wisst, hat die Nullzinspolitik extremen Einfluss auf uns als Bankkunden und Kreditnehmer. Die Folgen der Nullzinspolitik kriegen wir am eigenen Leib zu spüren. Doch auch an den Banken geht die ganze Sache nicht spurlos vorbei, auch sie bekommen die Folgen zu spüren.

Doch es hat natürlich auch Vorteile für die Banken, denn durch die Nullzinspolitik leihen sie sich viel lieber Geld, da die Zinsen momentan so niedrig sind. Sie können sich das Geld quasi zum Nulltarif bei der Europäischen Zentralbank leihen.
Die EZB hat ihre monatlichen Anleihen um 20 Milliarden Euro erhöht. Normalerweise verleiht die EZB um die 60 Milliarden Euro, nun ca. 80 Milliarden Euro. Durch diese Erhöhung entsteht ein Überangebot von Liquidität. Durch das Überangebot von Liquidität sinkt also der Zins, doch dies ist nicht ausschließlich positiv. Kreditnehmer bekommen zwar günstiger Kredite, doch wer Anleihen kauft oder traditionell spart, wird noch weniger Rendite bekommen als sonst.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, betont, dass die Geldpolitik nicht den Sparer glücklich machen, sondern die Wirtschaft der (südlichen) Euro-Länder ankurbeln soll. Doch dass der Niedrigzins Unzufriedenheit und Ablehnung bei dem traditionell einfachen Sparer verursacht, damit hat wirklich niemand gerechnet.

Zurzeit können wir uns „noch glücklich“ schätzen, dass die Banken uns noch nicht mit negativen Zinsen für unser Bankguthaben belasteten.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig die Augen öffen.

Bis bald eure Julia

Samstag, 7. Januar 2017

Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Kreditnehmer und Sparer

Hallöchen,
sicherlich habt ihr schon mitbekommen, dass zurzeit die Nullzinspolitik im Eurowährungsraum herrscht. Meist bekommen wir wirtschaftspolitische Änderungen kaum zu spüren, doch die Nullzinspolitik kann jeder am eigenen Leib erfahren und gerade Kreditnehmer und die traditionellen Sparer sind davon betroffen. Kredite sind zwar zurzeit leichter zu finanzieren, doch sein Geld auf dem Sparkonto anzulegen, bringt leider nicht so viel Rendite. Gerade unsere Großeltern wünschen sich eine möglichst hohe Rendite für ihre Altersvorsorge, doch da müssen wir sie vorerst enttäuschen.

Auf das Geld, welches wir auf unserem Girokonto oder Tagesgeldkonto anlegen, gibt es monatlich lediglich nur bis zu ca. 0,25% bis 1% Zinsen. Genauere Infos zu Tagesgeldsätzen könnt ihr hier erfahren. Da jedoch die Inflationsrate im Dezember 2016 bei 1,70% lag und auch für dieses Jahr ähnliche Werte erwartet werden, lohnt es sich nicht, das Geld auf dem Bankkonto anzulegen, da man in kommenden Zeiten weniger Zinsen für sein Geld bekommen wird. Doch für Leute in unserem Alter, sprich 18-20, für diese lohnt es nicht, zu investieren. Sie sollten ihr Geld lieber auf einem Sparkonto anlegen und sich über die Zinsen, auch wenn es nur kleine Beträge sind, freuen. Für Wohlhabende lohnt es sich somit, mehr Geld in Güter anzulegen und zu investieren. Sparen rentiert sich für sie also eher nicht.

Diese Zinsen sind so niedrig, dass wir bei einer Inflation nicht mal die Preissteigerung von Lebensmitteln, Benzin etc. bezahlen könnten. Auch die Leute, die eine Lebens- oder eine Rentenversicherung abgeschlossen haben, können sich nicht freuen, denn sie können von den niedrigen Leitzinsen nicht profitieren. Warum genau sie davon nicht profitieren, könnt ihr in dem Artikel über Altersversicherungen genau nachlesen.

Versicherungen empfehlen ihren Kunden, ihr Geld eher in festverzinsliche Wertpapiere anzulegen, wie zum Beispiel in Staatsanleihen. Eine andere Möglichkeit wäre, das Geld in Immobilien oder in Aktien zu investieren, denn ansonsten dümpelt das Geld nur auf dem Konto rum und wir bekommen nahezu keine Zinsen dafür. Die Frage ist jetzt nur: Wo erziele ich die meiste Rendite? Langfristig gesehen würde es sich eher lohnen, in Immobilien zu investieren. Sie bringen langfristig sehr hohen Gewinn und bieten währenddessen eine gute Altersvorsorge. Doch wer lieber kurzfristig investieren und schnell viel Geld machen will, der sollte lieber in Aktien investieren. Wer sich nicht allzu gut mit der Börse auskennt, hat es dann jedoch ziemlich schwer. Um wirklich den größten Nutzen zu bekommen, empfehle ich immer, persönlich eine Beratungsstelle aufzusuchen. Ihr könnt euch zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale erkundigen, welche Alternative für euch die beste ist.

Leute, die ihr Geld lieber sparen, müssen verstärkt auf die reale Rendite achten, denn die tatsächliche Verzinsung von unserem Geld zeigt nicht die nominale Verzinsung. Sie zeigt die reale Verzinsung, welche unter Berücksichtigung der Inflationsrate erfasst wird. Die kaum steigenden Preise der Eurzone wirken sich positiv auf die realen Renditen aus. Diese lag zwischen Anfang 2008 und Ende 2014 im Schnitt bei 1,8%. Der Wert wurde für Vermögen aus Bargeld, Bankguthaben und Lebensversicherungen berechnet. Auch wenn die reale Rendite höher ist als die nominale, so bleibt sie niedrig. Dazu kommt der steigende Strafzins, welcher hauptsächlich die Großkunden betrifft und die Gefahr mit sich bringen kann, dass die Banken ihre Gebühren an ihre Kunden weitergeben. Das bedeutet, dass man ab einer gewissen Summe Zinsen zahlen muss, weil man das Geld bei der Bank auf dem Konto lagert. Außerdem belasten die Banken ihre Kunden mit Kontobewegungsgebühren oder Kontoführungsgebühren. Wenn du dich mehr über das Thema Konto und Gebühren informieren willst, kannst du das hier tun. Daraus resultiert, dass der Sparer am Ende den Kürzeren gezogen hat, da er für sein Geld keine Zinsen bekommt, sondern Strafen zahlen muss.
In den letzten vier Jahren erzielten deutsche Haushalte mit ihrem Finanzvermögen eine reale Rendite mit dem jährlichen Durchschnitt von 3,4%. Als der Euro 2002 eingeführt wurde, lag die reale Rendite bei rund 6%. Durch die Einnahmen aus Versicherungen, Investmentfonds und Alterssicherungen wurde die reale Rendite stabilisiert.

Darüber hinaus haben Leute, die vor einigen Jahren Bundesanleihen gekauft haben, jährlich etwa eine Zinsausschüttung von 3%-4% bekommen. Heute bekommen sie keine Zinsen mehr.

Also zusammengefasst lässt sich sagen, dass es heutzutage leider nicht so sinnvoll ist, sein Geld traditionell zu sparen, da die Zinsen zu niedrig sind, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Dies gilt aber grundsätzlich nur für Jugendliche und Leute, die nicht ein halbes Vermögen auf dem Konto haben. Für Kreditnehmer allerdings ist es positiv, da sie für ihre Kredite kaum Zinsen zahlen müssen und die Investitonsmöglichkeiten sehr vielfältig sind.


Bis bald eure Julia 

Freitag, 6. Januar 2017

Auswirkungen der EZB-Zinspolitik auf die privaten Haushalte

Hallo Freunde der Sonne,

Nun werde ich in diesem Beitrag erläutern, inwiefern ihr und ich, also wir, die „Privaten Haushalte“ von dem Thema Nullzinspolitik betroffen sind und was das für unser Spar- und Konsumverhalten bedeutet. Darüber hinaus werde ich versuchen, der Frage auf den Grund zu gehen, ob sich das klassische Sparen noch lohnt und welche alternativen Anlagemöglichkeiten uns in unserer heutigen Zeit zur Verfügung stehen. Dabei werde ich auch insbesondere auf Investitionsrisiken und das ökonomische Anlegen von Kapital eingehen.

Bevor ihr euch diesen Beitrag durchlest, solltet ihr zum besseren Verständnis wissen, was genau die EZB ist und welche Aufgaben sie hat. Außerdem, wie die Zinspolitik der EZB als Instrument dient, um eben diese Aufgaben zu meistern. Ebenso solltet ihr euch in unseren anderen Beiträgen über den Wirtschaftskreislauf informiert haben und wissen, in welcher Beziehung die einzelnen Wirtschaftssektoren zueinander stehen.

Wir, die privaten Haushalte, sind ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftskreislaufs, da wir Arbeit anbieten und Konsumgüter nachfragen. Dazu nutzen wir Geld und in unserem Fall den Euro als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel. Als Gemeinschaftswährung von derzeit 19 Staaten ist, wie ihr wisst, die Aufgabe der EZB, dieses Geld zu verwalten, die Geldmenge zu erhöhen oder zu senken (genaueres unter dem Punkt EZB). Die Erhöhung und Senkung des Leitzinses ist einfach gesagt unter anderem dafür da, um unser Spar- und Konsumverhalten aber auch das Investitionsverhalten von Unternehmen zu steuern. Doch wie genau geschieht das eigentlich?

Hoher Leitzins
Ein Leitzins, der durch die EZB verhältnismäßig hoch angesetzt ist, sorgt dafür, dass es für die Banken teurer ist, sich von der EZB Geld zu leihen. Allgemein lässt sich sagen, dass je höher der Leitzins ist, desto teurer wird es für Banken, sich Geld von der EZB zu leihen. Als Folge dessen suchen sich die Banken andere Kapitalquellen und hier kommen wir privaten Haushalte ins Spiel. Aber warum?
Die Banken sind nicht dumm und wissen, dass sie uns Haushalte mit entsprechenden Verzinsungen dazu bewegen können, unser Geld auf der Bank zu parken, wo es mit der Zeit schön verzinst wird und wir es sicher verwahren können. Der Vorteil für uns Haushalte liegt klar auf der Hand. Dadurch, dass wir unser Geld anlegen, können wir unser Vermögen vervielfachen, ohne dabei ein bestimmtes Investitionsrisiko eingehen zu müssen. So haben wir auch für schlechtere Zeiten und Notlagen ein dickes Polster bei der Bank, das uns in diesen Zeiten helfen kann. Der große Vorteil für die Banken liegt in der rentableren Variante der Kapitalbeschaffung. Durch eine hohe Verzinsung des Kapitals von Haushalten werden immer mehr Kunden ihr Geld bei der entsprechenden Bank anlegen und somit ihre Liquidität sicherstellen. Im Ganzen ist dies günstiger als die hohen Zinsen, die sie bei der EZB für geliehenes Geld zahlen müssen.

Auswirkungen auf Unternehmen?

Wenn wir unser Geld bei den Banken parken, geben wir natürlich auch weniger Geld für den Konsum aus, was wiederum schlecht für die Unternehmen ist, da wir hier ein Überangebot und ein Nachfragedefizit haben.(Für mehr Infos guckt euch auch nochmal die Auswirkungen der Nullzinspolitik auf den Wirtschaftskreislauf an.)

Niedriger Leitzins / Nullzins:
Ein Leitzins, der durch die EZB verhältnismäßig niedrig angesetzt ist, wie es jetzt der Fall ist, hat zur Folge, dass es für die Banken sehr günstig ist, sich von der EZB Geld zu leihen. Allgemein lässt sich sagen, dass je niedriger der Leitzins ist, desto günstiger wird es für Geschäftsbanken, sich Geld von der EZB zu leihen. Somit tritt genau das Gegenteil von dem ein, was ich gerade bei dem hohen Leitzins erläutert habe. Warum genau sich die EZB so verhält, darauf werde ich gleich noch einmal Bezug nehmen.
Durch die niedrigen Zinsen der EZB sind Geschäftsbanken nicht mehr so dringend auf unser Geld angewiesen. Die Folge ist, dass unser Erspartes auf der Bank nicht mehr so hoch verzinst wird wie zuvor bei hohem Leitzins. In einigen Fällen kann es sogar vorkommen, dass die EZB Negativzinsen bzw. sogenannte Strafzinsen erlässt. Für die Banken bedeutet das, dass sie Strafen zahlen müssen, wenn sie ihr Geld bei er EZB parken. Diese Strafzahlungen werden dann im schlimmsten Fall auf den Kunden - also auf uns - abgewälzt, der anstatt Zins für sein Erspartes bei der Bank Strafen bekommt. Diese Maßnahme soll einfach dafür sorgen, dass die Banken weniger Geld ansparen oder bei der EZB lagern, sondern das Geld, was sie haben, in Umlauf bringen. Nun sind wir alle nicht auf den Kopf gefallen und wir werden uns sicherlich eine Bank suchen, bei der dies nicht der Fall ist, oder wir nutzen unser Geld sinnvoll auf eine andere Art und Weise.
Auch wenn es für die Kunden keine Strafzinsen geben würde, so ist es aus ökonomischer Sicht betrachtet sicherlich nicht die rentabelste Variante, sein Geld in einem Sparbuch bei der Sparkasse anzulegen, bei der wir eine Verzinsung von durchschnittlich etwa 0,01% zu erwarten haben. Sicherlich sprechen einige sehr gute Gründe dafür, genau dies zu tun, dazu aber später mehr.

Warum senkt dann die EZB den Leitzins, zu Ungunsten der Haushalte? Mögen die uns nicht? Im Grunde genommen geht es gar nicht darum, dass wir Sparer so wenig Zinsen wie möglich bekommen, sondern etwas ganz anderes steckt hinter dieser Taktik. Vielmehr soll der Nullzins als Anreiz für uns Haushalte dienen, Geld auszugeben und so wie die Banken zu helfen, die Wirtschaft anzukurbeln. (Mehr dazu unter dem Punkt Geldpolitik). Durch den niedrigen Leitzins können wir günstig Kredite aufnehmen und uns viele Wünsche erfüllen, wie z.B. den Traum vom Auto oder vom Eigenheim. Jedoch bringt dieser hemmungslose Konsumwahn auch einige Risiken mit sich und das Ganze kann auch nach hinten losgehen. (Dazu jedoch mehr unter Investitionsrisiken/Investitionsfallen)

Nach alledem, was ich euch nun darüber erzählt habe, wird sich der ein oder andere sicherlich fragen, ob sich das Sparen während der Nullzinspolitik überhaupt noch lohnt. Wenn Euch diese Frage genauso brennend interessiert wie mich, dann schaut einmal in den nächsten Beitrag rein, in dem ich genau dieser Frage auf den Grund gehe.


Bis zum nächsten Beitrag.

Euer Onur

Donnerstag, 5. Januar 2017

Inflation Deflation


Hallo ihr Lieben,
ich werde euch heute die Inflation und Deflation erläutern. Ihr könnt eventuell nichts mit diesen Begriffen anfangen, aber die Auswirkungen beeinflussen unser Leben. Ich fange mal mit der Inflation an.

Unter einer Inflation versteht man die Preissteigerung von einem Kalenderjahr auf das andere. Dadurch verliert der Euro im Vergleich zum Vorjahr an Wert und somit können wir uns für einen Euro weniger Güter kaufen. Experten sprechen auch von einer Geldentwertung. Eine Inflation entsteht durch eine hohe Nachfrage und einem niedrigen Angebot. Das führt dazu, dass die Anbieter die Preise anheben können. Meistens werden die Preise aber aufgrund höherer Löhne oder steigender Rohstoffpreise erhöht. Eine Inflationsrate um 2% wird als Zielmarke der EZB angegeben.

In Deutschland gab es 1922/23 eine Hyperinflation. In der Zeit vervierfachten sich die Preise für Waren und Dienstleistungen wöchentlich. Aufgrund dieser Erfahrung orientiert sich Deutschland heute an einer Inflationsrate von 2,0%. Bei dieser Rate steigen die Preise nicht ganz so stark an. Der Währungsverlust ist noch überschaubar und kann beispielsweise durch Lohnerhöhung ausgelichen werden. Für 2017 wird die Inflationsrate von 1,5% erwartet. In den USA wird sie nach Schätzung bei 2,1% liegen.

Wie kommt es zu einer Deflation?
Die Deflation ist ein Rückgang des Preisniveaus, hier ist die Nachfrage niedriger als das Angebot. Die Preise für Waren und Dienstleistungen gehen dauerhaft zurück.
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Aber meistens entsteht die Deflation, wenn auf dem Markt mehr angeboten als eingekauft wird. Wenn die Sparquote bei vielen Haushalten ansteigt, ist es logisch, dass die Nachfrage sinkt. Deshalb sinken der Absatz sowie der Umsatz und die Unternehmen senken die Preise. Weiterhin produzieren die Unternehmen weniger, wofür weniger Mitarbeiter benötigt werden; und es kommt zu Entlassungen (siehe Grafik). Aufgrund der sinkenden Einnahmen können sie nicht mehr alle Mitarbeiter bezahlen. Teilweise kommt es sogar zu Standortschließungen einiger Firmen.




(inflation-deutschland.de)


                                 





Ich hoffe, ihr habt diese zwei Wirtschaftsphasen nun verstanden. Bei Fragen meldet euch.

Bis bald, eure Olivia